Still

Ein neuer romantischer Liederabend mit Werken von:

Goethe, Schubert, Liszt, Brahms, Celan, Bachmann, George, Domin, Bladt und anderen.

 

Chasper-Curò Mani, Bariton

Jens Fuhr, Klavier 

Emily Yabe, Violine und Viola

 

Saskia Bladt, Komposition

Sophie von Arnim, Bildende Kunst 

Martin Spura, Dramaturgie

 

Der Liederabend STILL beschäftigt sich mit Gefühlen der Sehnsucht und den Momenten der Stille, in denen das ruhelose Sehnen aus der Rastlosigkeit heraus findet und ein Ankommen erfährt. So öffnet sich, inmitten des Lauten und Umtriebigen, für einen Augenblick eine pure Anwesenheit, in der der Mensch sich seiner selbst gewahr werden kann. Im Spiegel der zur Stille gelangten Sehnsucht schenkt das äußere Du dem inneren Ich die Möglichkeit einer Seinserfahrung.

Die Dichter und Komponisten der Romantik haben sich auf ihrem Sehnsuchtsweg dieser intimen Seinserfahrung angenähert und versucht, ihr in ihren Werken Ausdruck zu verleihen. Der Liederabend knüpft an diesen romantischen Tiefenstrom an und belebt durch einen spannungsreichen Zusammenklang von „Alt“ und „Neu“ die ins Dunkel getauchten Empfindungsschichten in musikalischer, poetischer und visueller Form. Zum Klavierlied gesellen sich die weiteren intimen Formen der Romantik und ihre in der Gegenwart neu geschaffenen Variationen – Klavierstücke, Trios und Duette fließen ineinander und verbinden sich durch zeitgenössische Kompositionen von Saskia Bladt zu einem Gegensatz-umspannenden Ganzen.

Seine visuelle Analogie findet das ohne Unterbrechungen gespielte Stück in der Rauminstallation der bildenden Künstlerin Sophie von Arnim. Außer der Klangskulptur, die mit Glassplittern, Murmeln und Sand bespielt wird, hat sie auch die Kostüme für die Violinistin Emily Yabe, den Pianisten Jens Fuhr und den Sänger Chasper-Curò Mani entworfen. Ihre Videoeinspielung taucht den Raum in ein flirrendes Muster aus Licht und Schatten. Dieses audiovisuelle Zwischenreich beruht auf der von Martin Spura entwickelten dramaturgischen Struktur. Wie im ägyptischen Mythos von der „Nachtfahrt der Sonne“, wird hier der Weg der Sonne durch die Nacht nachempfunden, als eine Art Spurensuche nach den verbannten Klängen und Emotionen, die zum Aufgang einer neuen Morgenröte befreit werden wollen.

Das Zusammenspiel von Hörbarem und Sichtbarem macht die einzelnen Schichten und Nuancen der angesprochenen Empfindungen für die ZuhörerInnen sinnlich nachvollziehbar und neu erlebbar. „Still“ ist die dritte gemeinsame Arbeit der Gruppe.

 

 

UA am 20. November 2015 im Teatro Torlonia, Rom

Weitere Informationen auf der Webseite von Saskia Bladt & beim Goethehaus Frankfurt